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2024-05-08
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Expertentipps zur Einrichtung deiner Ferienunterkunft

Zwei Frauen sitzen an einem großen Holztisch. Auf dem Tisch stehen ein Laptop, viele Dokumente, Grundrisse und verschiedene Materialproben.

Egal, ob Ersteinrichtung oder Modernisierung: Das Einrichten einer Ferienimmobilie ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Eine, die Funktionalität und Ästhetik in Einklang bringen muss, um den Gästen ein unvergessliches Urlaubserlebnis zu bieten. Von der Auswahl der richtigen Möbel bis hin zur Gestaltung einer einladenden Atmosphäre gibt es viele Aspekte zu berücksichtigen. Nur, wenn alle Rädchen stimmig ineinandergreifen, wird die Ferienimmobilie dauerhaft zum Erfolg.

Sichere dir wertvolle Tipps von einem echten Profi!

Eine, die ganz genau weiß, wie es funktioniert, ist Ute Rentmeister. Die Einrichtungsexpertin vermietet selbst erfolgreich zwei Ferienwohnungen in Born auf dem Darß. Aus ihrem reichen Erfahrungsschatz und ihrem Fachwissen hat sie wertvolle Tipps und Tricks für uns abgeleitet.

Welche Dinge entscheidend sind, wenn du deine Ferienunterkunft in ein echtes Juwel für Reisende verwandeln möchtest?  Hier erfährst du es!

Weißer runder Tisch mit vier Stühlen. Im Hintergrund an der Wand eine Holzbank mit zwei Kissen.

Ferienhaus Akademie: Leidenschaft zum Beruf gemacht

Frau Rentmeister, Sie sind selbst in Besitz eines traumhaft schönen Ferienhauses in Born. Das Büdnerhaus am Bodden ist bei unseren Gästen sehr beliebt und hat eine fantastische Auslastung. Der große Vermietungserfolg liegt nicht zuletzt daran, dass Sie die beiden Ferienwohnungen sehr liebevoll und durchdacht eingerichtet haben. Mittlerweile haben Sie Ihre Leidenschaft sogar zum Beruf gemacht und die Ferienhaus Akademie gegründet.

Reetgedecktes rotes Haus mit blauen Fensterläden, Gartenzaun und gepflastertem Zugang.

Was macht Ihre Firma? Können Sie uns ein bisschen darüber erzählen?

Ute Rentmeister: Die Ferienhaus-Akademie(externer Link) bietet GastgeberInnen und solchen, die es werden möchten, Unterstützung in fast allen Fragen rund um die Ferienvermietung an: von Grundrissplanung über Einrichtung und Ausstattung bis hin zur Vermietung und Vermarktung. Wir geben dazu regelmäßig Kurse, aber auch eine Einzelberatung ist jederzeit möglich. Heike Inkermann ist Architektin und Interior-Designerin, ich komme aus dem Marketing. Unser großes Plus ist aber, dass wir beide auch selbst Ferienvermieter:innen sind und alle damit verbundenen Themen und Herausforderungen aus eigenem Erleben kennen.

 Was hat Sie selbst dazu inspiriert, ein Ferienhaus für Gäste anzubieten?

Ute Rentmeister: Da erging es uns vermutlich wie vielen anderen auch: Wir haben uns zuerst in die Gegend verliebt. Wir sind sehr oft auf dem Darß gewesen, bis wir dann durch Zufall das alte, völlig verfallene Bauernhaus entdeckt und zu unserem Projekt gemacht haben. Die Größe des Hauses, die hohen Baukosten – da war Refinanzierung durch Vermietung dann schnell ein Thema.

Ein heller, modern eingerichteter Wohn- und Essbereich mit offener Küche, Holzboden, schrägen Decken und viel Tageslicht. Ein runder Esstisch mit Stühlen steht im Mittelpunkt, daneben eine Sitzecke.

Welche Überlegungen spielen bei der Einrichtung von Ferienobjekten eine entscheidende Rolle?

Ute Rentmeister: Wohnung oder Haus kommen dann am besten an, wenn sie einen eigenen Charakter und Charme haben. Drei Fragen sollten deshalb immer am Anfang stehen: Welche Geschichte kann ich erzählen? Welcher Name passt dazu? Welche Zielgruppen möchte ich ansprechen? Wenn diese Fragen beantwortet sind, kann ich bei Stil, Farben, Ausstattung, Einrichtung und Deko darauf aufbauen. Dann wird es am Ende eine runde Sache.

„Gemütliche, herzliche Atmosphäre, in der man das Gute des Lebens zusammen mit lieben Leuten genießt.“

Wie findet man die richtige Zielgruppe für sich heraus?

Ute Rentmeister: Wohn-, Essbereich, zwei Schlafzimmer, ein Bad: Daraus wird meist eine Unterkunft für Eltern mit Kindern gestaltet. Wir empfehlen nicht nur den Grundriss, sondern unbedingt auch das Umfeld, die Lage mitzudenken. Unser Haus steht z. B. in Born auf einem großen Grundstück, sehr schön am Bodden. Aber das ist für die meisten Familien nicht ideal, weil es fünf Kilometer bis zum Meer sind. Wir bieten deshalb nur Doppelschlafzimmer an. Jedes mit eigenem Bad. Die werden durchaus auch von Eltern mit größeren Kindern genutzt. Vor allem aber von Paaren, die zwei Schlafzimmer bevorzugen – man glaubt ja nicht, wie viele Leute schnarchen oder nachts lesen (lacht) – und von befreundeten Paaren. 

Zusätzlich haben wir auch an ältere und größere Personen gedacht: Keine Stufe, sondern ein ansteigender Weg führt zur Haustür. Türen, Küchen und Toiletten sind höher als normal, Duschen ebenerdig, Sofas und Betten haben ebenfalls eine komfortable Höhe. Außerdem bieten wir im großen Schlafzimmer ein Bett mit 2,10 m Länge. Da wir auch im Winter Gäste haben möchten, haben wir, wo es möglich war, Kamin und Sauna eingebaut.

Doppelbett mit Bettwäsche, links Schräge an der Decke, Lampen über dem Bett und Nachttische auf beiden Seiten. Helles Schlafzimmer.

Finden Sie es wichtig, regionale Besonderheiten bei der Inneneinrichtung mit einfließen zu lassen?

Ute Rentmeister: Dagegen spricht überhaupt nichts, wenn nicht die üblichen Klischees bedient werden: Der rot gestreifte Leuchtturm, der Anker auf dem Sofakissen oder die blauen Holzfische eher nicht. Aber die Farben und Materialien der Umgebung aufgreifen, ein schöner trockener Ast vom Strand für die Bodenvase – das kann sehr charmant sein und wird bei Gästen positiv wahrgenommen.

Außenbereich: Terrasse mit Terrassenmöbeln – einem Tisch und vier Stühlen, die Sonne scheint. Im Garten ist es grün. Links sind die Terrassentüren des Hauses zu sehen, die Fassade ist weiß, die Fensterrahmen blau.

Gibt es Einrichtungsstile, die Sie für Ferienhäuser und Wohnungen empfehlen bzw. gar nicht empfehlen?

Ute Rentmeister: Nein, aktuell ist wirklich (fast) alles machbar. Es kommt immer auf Gebäude und Umgebung an: Im Berliner Loft wird es ein anderer Stil sein als im Mecklenburger Gutshaus oder im Prerower Kapitänshaus. Viel Charme versprüht ja zumeist auch ein gewisser Stilmix. Der muss allerdings gekonnt sein, damit es am Ende nicht wie ein Sammelsurium wirkt.

  • Die Küche hat Unterschränke, ein Sichtbarer Backofen und ein Herd. Die Möbel sind dunkelblau, in einem der Schränke stehen viele Töpfe. Auf der Arbeitsplatte liegen Küchenutensilien, darüber eine Ablage mit Geschirr. Es gibt auch eine Dunstabzugshaube. Die Küche ist in L-Form angelegt. Dahinter befindet sich ein kleinerer Bereich mit einem Tisch und zwei Stühlen. Zwischen der Küche und diesem Bereich sind sichtbare Balken, ebenso wie die Deckenbalken, die einen älteren Stil zeigen.
  • Ein Teil des Bettes ist sichtbar, darauf sind zwei zusammengelegte Handtücher. Dahinter ein Schreibtisch mit Stuhl. An der Wand über dem Schreibtisch hängen bunte Bilder. Das Schlafzimmer wird durch weiße Schiebetüren abgeschlossen.

Was braucht es für Interieur, Farben und Accessoires, damit eine „hygge“ Wohnatmosphäre entsteht?

Ute Rentmeister: Eine schöne Definition von “hygge” lautet: „Gemütliche, herzliche Atmosphäre, in der man das Gute des Lebens zusammen mit lieben Leuten genießt.“ Im Vordergrund stehen schöne Naturmaterialien, helle, freundliche Farben, viel Holz, Decken, Felle, Kissen, Kerzen, kuscheliges Kaminofenfeuer. Da kann man sich bei den Dänen Inspirationen holen, aber auch bei den Niederländern.

  • Ein Wohnraum mit zwei Korbsesseln, Holzschrank, Regal und großen Fenstern. Fliesenboden, Vorhänge und Blick in den Garten.
  • Heller Wohnbereich, Holztisch mit zwei weißen Stühlen. Holzboden. Weiße Kommode. Ausgang zum Balkon mit Balkonmöbeln.

Welche Trends sind aktuell angesagt für die Einrichtung von Ferienhäusern und würden Sie diese auch empfehlen?

Ute Rentmeister: Die aktuellen Wohntrends greifen auf die üppige Farbigkeit und runden Formen der 70er und 80er zurück. Wir empfehlen für Ferienwohnungen einen etwas zurückhaltenden, langlebigen Stilmix mit stylischen Eyecatchern.

Komfort und Gemütlichkeit sind absolut wichtig, damit sich Gäste in ihrer Unterkunft auch wohlfühlen. Welche Möbel stehen da besonders im Fokus?

Ute Rentmeister: Unser Credo lautet: Gäste, die gut schlafen und bequem sitzen, sind zufriedene Gäste. An Betten, Matratzen, Bettzeug, Sofas, Sesseln, Stühlen sollte man wirklich nicht sparen. Ein großes Plus von Ferienhaus oder -wohnung gegenüber einem Hotelzimmer sind die Küchen. Durch die zum Teil hohen Restaurantpreise, oder auch das geringe Angebot in der Nebensaison, sind sie vor allem für Familien sehr wichtig geworden. Das bedeutet: Küchen sollten komfortabel und voll ausgestattet sein.

Ein Esstisch mit sechs weißen Stühlen. Dahinter helle Küchenmöbel, an den Wänden hölzerne Dekorationen. Der Boden ist aus Ziegeln. Der Raum ist lichtdurchflutet.

Haben Sie Dos & Don’ts für kleine bzw. große Räume?  

Ute Rentmeister: Kleine Räume können sehr gemütlich sein, aber eine kluge Anordnung ist sehr wichtig. Hier hilft es wirklich, sich den Grundriss genau anzuschauen und abzuwägen, was sinnvoll ist. Oft lohnt es sich, mit einem Tischler zusammenzuarbeiten, um vermeintliche Hürden mit Einbaumöbeln zu lösen. Zu den Don’ts bei kleinen Räumen gehören für uns die sogenannten Aufbettungen mit Schlafsofas. Das ist am Ende für niemanden wirklich Urlaub und die Wohnungen werden durch das ewige Auf- und Abbauen sehr strapaziert.

Auch bei großen Räumen ist ein Blick auf den Grundriss sinnvoll, um Möbel so zu platzieren, damit sie nicht im Raum verloren gehen. Große Räume vertragen auch große Möbel. Die gilt esgeschickt anzuordnen und sogenannte Teilbereiche oder Inseln zu schaffen. Damit auch die Deko nicht verloren wirkt, kann sie gut in Gruppen arrangiert werden und darf etwas größer ausfallen. Ein verbindendes Element wie Farbe oder Material sorgt für den harmonischen Zusammenhalt.

  • Der Essbereich ist mit Kiefernmöbeln eingerichtet. Es gibt eine Holzecke, einen Tisch und zwei Stühle. Rechts steht ein Vitrinenschrank im gleichen Kiefernstil, daneben ein Bücherregal.
  • Essbereich mit einem Holztisch, zwei weißen Stühlen, einer Sitzbank mit Kissen, einer weißen Kommode und einer grauen Wand mit Bildern. Holzboden und moderne, schlichte Einrichtung.

Wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit bei der Wahl der Inneneinrichtung? Und wie kann es mit begrenztem Einrichtungsbudget umsetzen?

Ute Rentmeister: Nachhaltigkeit ist heute schon fast ein Muss, weil immer mehr Urlauber darauf schauen. Meist allerdings, ohne dafür auch mehr zahlen zu wollen. Es gibt zwei Möglichkeiten, nachhaltig einzurichen. Entweder man kauft nachhaltig produzierte Möbel, sehr schöne gibt es z. B. bei Grüne Erde. Die haben allerdings auch ihren Preis. Oder man kauft zumindest einen Teil Second Hand und lässt die Möbel aufarbeiten. Das kann auch sehr schön sein. Auch bei bereits seit langem bestehenden Ferienwohnungen, bei denen eine Modernisierung erforderlich ist, sollte man schauen, was sich vielleicht mit Aufarbeitung in die Neuzeit mitnehmen lässt, ohne “oll” zu wirken. Ich denke dabei an Küchen. Wenn die Qualität im Prinzip noch gut ist, reicht es vielleicht auch, Fronten, Griffe und Arbeitsplatte auszutauschen.
 

Spitzboden mit einem Bett, grüner Matratze und Kissen. Über dem Bett befindet sich ein rundes Fenster. Vor dem Bett stehen ein kleiner Tisch und ein Stuhl.

Wie wichtig ist es heutzutage, Smart Systeme wie Bluetooth oder Netflix anzubieten?

Ute Rentmeister: Jedes TV-Gerät sollte internetfähig sein, Bluetooth ist ein Muss. Netflix und andere Streamingdienste sind “nice to have”, aber wir bieten sie z. B. nicht an, weil die Gäste die Lizenzen meist selbst besitzen.
 

Im Wohnzimmer steht links der Fernseher, rechts an der Wand eine große, helle Couch mit blauen Kissen. Über der Couch hängt ein Bild. Weiter hinten führt eine Tür auf die Terrasse, auf der Gartenmöbel stehen, und dahinter sieht man üppiges Grün.

Welche Tipps haben Sie ganz konkret für Ferienimmobilienbesitzer, die ihre Einrichtung mit wenig Aufwand modernisieren möchten?

Ute Rentmeister: Die sollen am besten uns anrufen(lacht). Im Ernst: Modernisierung ist immer Aufwand. Wenn die Eigentümer weit weg wohnen, macht es Sinn, abzustimmen, was gemacht werden soll und es dann in professionelle Hände zu geben. Spielraum gibt es dagegen bei der Frage der Finanzierung.Eine charmante Einrichtung lässt sich auch mit kleinerem Budget realisieren – um so besser müssen dann allerdings die Ideen sein.

Maria Keilig
von Maria Keilig
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